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Verweile doch!

Blogging // Opera - out now!

Wir haben es getan! Blogging//Opera – Unser neues Blogprojekt erstrahlt auf Ihren Bildschirmen. Jetzt können Sie noch näher am Operngeschehen dran sein. Wir liefern spannende Hintergrundgeschichten zu unseren neuen Produktionen, Interviews mit Sängerinnen und Sängern, Einblicke in die Arbeit der Regisseure und natürlich allerlei Videos und Fotos.

Vor allem aber wollen wir Sie herzlich einladen, mit uns in Kontakt zu treten: Erzählen Sie uns von Ihrem letzten Opernbesuch, kommentieren Sie die jüngste Premiere oder verraten Sie uns, mit welchem Künstler Sie schon immer mal zu Abend essen wollten. – Auf unserem neuen Blog haben Sie Redefreiheit!

Wir sehen uns! Jetzt im Netz und später in der Oper.

Herzlich – Ihr Team der OPER LEIPZIG

Oper

“Sterben ist letztlich auch der Anfang von etwas Neuem”

Die junge Regisseurin Lotte de Beer ist nunmehr zum dritten Mal an der Oper Leipzig. In der letzten Spielzeit inszenierte sie die Kinderoper "Die arabische Prinzessin", am 25. Februar wird ihre Inszenierung von Leoš Janáčeks Oper "Das schlaue Füchslein" Premiere feiern. Dorothee Paul sprach exclusiv für den BLOG der Oper Leipzig mit Lotte de Beer über ihre Inspiration, das Altern, das Leben und das Sterben ...

> Oper Leipzig: Lotte, warum machst du „Das schlaue Füchslein“ an der Oper

< Lotte de Beer: Ich wurde vom Opernhaus gefragt, ob ich es machen möchte! Die haben mich angerufen und gefragt: Lotte, hast du Lust „Das Schlaue Füchslein“ zu machen? Ich war darüber sehr froh, weil schon viele Leute gesagt haben, dass es ein gutes Stück für mich wäre! In Holland ist es unter Opernliebhabern sehr bekannt…

> Viele Leute denken, das „Füchslein“ wäre eine Kinderoper…!?

< Ja, das ist ein Vorurteil, aber ich finde das grundsätzlich falsch. Es stimmt, es ist ein Märchen, aber das heißt nicht, dass es etwas für Kinder ist. Und ich glaube auch, dass es von Janacek nie als ein Kinderstück komponiert worden ist. Wenn man das Stück analysiert, sieht man, dass  es um  Leben, aber auch um Sterblichkeit, das Altern, midlife crises, auch um Tod und Liebe geht. Es wird ein ganzer Lebenszyklus beschrieben. Das bewegt uns alle, dass sind keine Kinderthemen. Ich glaube auch, wenn man die Musik hört, dann spürt man, dass es unglaublich ernst gemeint ist. Es geht um das wirkliche Leben in Form einer parabelhaften Geschichte.

> Für dich ist dieses Alterswerk Janaceks – er schrieb es 70-jährig – eine Hommage an das Leben. Vielleicht aber auch eine Aussöhnung mit dem Altwerden und dem Tod. Und dies zeigt sich auch in der Natur, die sich zyklisch immer wieder erneuert, wo Sterben zum Leben dazugehört …

< Ein Kreislauf, wo Geburt und Sterben genauso wichtig ist – genau! Wir  selbst sind ja nur ein kleines Teilchen von etwas Großem. Und Sterben ist letztlich auch der Anfang von etwas Neuem. Ich glaube, wir können glücklich sein, dass wir ein Teil von diesem Großen sind und darin vielleicht etwas Göttliches liegt. Das ist übrigens auch der Gedanke des Försters im „Füchslein“, wenn er durch den Wald läuft und Blumen und Gräser und Tiere sieht. Dann ist er erstaunt, weil er erahnt: darin liegt das Antlitz Gottes verborgen. Ich bin selbst kein religiöser Mensch, aber ich finde, dass das eine gute Beschreibung von Gott ist.

>Aus dem Sterben, kann auch Neues entstehen?

< Ja! Auch das ist eine Einsicht des Försters. Er hat eine Art midlife crisis und spürt dass die Jugend vorbei ist. Vor ihm liegt das Älterwerden und damit auch der Tod. Er ist zwar noch nicht sehr alt, aber er spürt, dass er es wird. Über das gesamte Stück hinweg, denkt er mit sehr viel Melancholie an die Zeit zurück, als er jung war, noch eine junge Geliebte hatte. Jetzt ist seine Ehe eher säuerlich geworden. Bei Janacek ist die junge Füchsin die Projektionsfläche für Jugend. Bei uns projiziert er das auf die junge Krankenschwester Terynka, die am Anfang des Stückes sagt: „Wir haben eine schöne Affäre gehabt, aber jetzt bist du mir zu alt! Ich gehe meinen eigenen Weg.“ – Und er merkt, dass das wahrscheinlich das letzte Mal gewesen ist, dass er Jugendlichkeit oder jugendliche Liebe gespürt hat. Er befindet sich deshalb in einer Art Trauer um seine Jugend und die Leidenschaften der jungen Liebe. Der Förster wird sehen, wie sich Fuchs und Füchsin lieben und auch ihr Sterben wird er mit ansehen müssen. Ganz am Ende ist der Wald ganz verschwunden. Der Förster sieht den Leichnam der Füchsin, und in der Konfrontation mit dem Tod wird er seine eigene Vergänglichkeit, seine Sterblichkeit akzeptieren lernen.

> Wenn man Fuchs und Füchsin ansieht, dann ist die Oper auch ein Märchen über Liebe?

< Ja und eins, an dass wir – denke ich – glauben möchten! Die Liebesszenen zwischen Fuchs und Füchsin sind mir sehr wichtig. Sie haben 2 oder 3 Liebesszenen, die ihr ganzes (Liebes-)Leben zeigen. Es beginnt beim Kennen lernen in der Jungend. Sie sehen sich zum ersten Mal und verlieben sich ineinander.  Und gleich sagt er: „Es ist nicht dein Körper den ich liebe, es ist deine Seele!“ Das erhofft man sich natürlich, dass jemand so etwas zu einem sagt oder es so meint beim ersten Date. Man kann es dann aber meist nicht richtig glauben. Dann aber sehen wir sie viel später. Sie haben schon viele Kinder großgezogen und sie sind alt geworden. Und der Fuchs sagt: „Du, Alte. Wie viele Kinder haben wir? Du bist noch immer so schön, du bist noch immer die Schönste für mich.“ Weil sie schon so alt sind, bekommt so eine Aussage ein ganz anderes Gewicht, wir dürfen dem Gesagten glauben. Das gibt Hoffnung, dass eine solch tief empfundene Liebe wirklich möglich ist, dass es sie wirklich gibt.

Im 2. Teil lesen Sie Genaueres über Lotte de Beers persönliche Inspiration für „Das Schlaue Füchlein“, wie junge Sänger alt aussehen und was die Regisseurin als Nächstes macht.

Musikalische Komödie

Der Graf ist los!

Für alle die es nicht mehr abwarten können: am 1. Februar zeigen die Künstler aus »Der Graf von Monte Christo« in der Moritzbastei ein Best-Of der Show.

Endspurt: Mitarbeiter der MuKo können kaum noch ruhig schlafen, denn wir sind in der heißen Probenphase! Am Samstag feiert das Wildhorn-Musical »Der Grad von Monte Christo« Deutschlandpremiere. Die Darsteller lassen es sich trotzdem nicht nehmen, ihrem Publikum einen kleinen Einblick in das anstehende Bühnenspektakel zu geben und zeigen am 1. Februar Ausschnitte aus dem Musical. Auf der Bühne der Moritzbastei stehen für Euch: Marc Clear als Edmont Dantès, Marysol Ximénez-Carrillo als Mercédès und Sabine Töpfer als verführerische Piratenanführerin Louisa Vampa. Die kleine Band wird angeführt von musikalischem Oberleiter Stefan Diederich am Klavier. Los geht’s um 21 Uhr. Eintritt frei! – Wir freuen uns auf euch.

Musikalische Komödie

Von „historisch stimmig“ bis „Augenzwinkern“

Kostüme für die Deutsche Erstaufführung des Musicals „Der Graf von Monte Christo“

Populärer kann ein Graf kaum sein. Man begegnet ihm in Bibliotheken, Abteilung Abenteuerliteratur, oder im Kino in zahlreichen Verfilmungen. Neuerdings ist er auch als Musicalheld zu erleben, mit dem man nach Herzenslust lieben, leiden und hassen kann. Die Musikalische Komödie präsentiert am 4. Februar die Deutsche Erstaufführung des Musicals von Frank Wildhorn, das mit rasanten Kampf- und Fechtszenen, berührender Romantik und flotter Musik beste Unterhaltung verspricht.
Wie der Roman von Alexandre Dumas erzählt es die Geschichte von Edmond Dantès, der das Opfer einer Intrige wird. Auf seiner Verlobungsfeier wird er unschuldig verhaftet und auf die berüchtigte Gefängnisinsel Château d’If gebracht. Während er sein Leben im Kerker fristet, erleben die skrupellosen Intriganten einen gesellschaftlichen Aufstieg. An einen von ihnen verliert Dantès seine große Liebe Mercédès. Als ihm nach vielen Jahren die Flucht gelingt, schwört er bittere Rache. Mit Hilfe eines Schatzes, den ihm ein Mitgefangener vererbt, setzt er als geheimnisvoller „Graf von Monte Christo“ seine Pläne in die Tat um.
Nach dem Erfolg mit Wildhorns „Jekyll & Hyde“ bringt die Musikalische Komödie ein weiteres Musical des bekannten amerikanischen Komponisten auf die Bühne. Auch das Inszenierungsteam und die Besetzung der Hauptrollen sind die gleichen wie bei „Jekyll & Hyde“. Als Edmond Dantès ist Marc Clear zu erleben und als Mercédès Marysol Ximenez-Carrillo. Regie führt Cusch Jung, die musikalische Leitung hat Chefdirigent Stefan Diederich. Karin Fritz hat das Bühnenbild entworfen, Sven Bindseil eine Vielzahl an opulenten Kostümen. Über seine Arbeit daran gab der Bühnenbildner im folgenden Gespräch Auskunft.

Prüfender Blick: Sven Bindseil (Bildhintergrund) bei einer Anprobe mit Marysol.

Wie viele Kostüme werden für diese Produktion benötigt?
Gut 200 Kostüme werden auf der Bühne sein, davon 80 – 90 für den Chor, ca. 70 Ballettkostüme, fast 50 für die Solisten und einige für die Statisterie. Die meisten werden neu angefertigt; insbesondere die Kostüme für die Solisten sind Maßanfertigungen. Für das Piraten- und das Karnevalsbild werden Kostüme aus dem Fundus verwendet, aber neu angepasst und bearbeitet. Dazu kommen extra hergestellte Hüte und Schuhe sowie Schmuck, Accessoires und Waffen…

Wieviel Zeit vergeht von der ersten Beschäftigung des Kostümbildners mit dem Stück bis zum fertigen Kostüm?
Für ein Stück dieser Größenordnung dauert das etwa 1 Jahr. Das bedeutet ca. 3 – 6 Monate für die Entwurfsarbeit und ein gutes halbes Jahr in der Kostümabteilung, von der Abgabe der Entwürfe bis zur Premiere. Die reine Werkstattarbeit umfasst ca. 3 – 4 Monate.

Wie viele Anproben der Kostüme mit den Darstellern finden statt?
Jeder Künstler hat mindestens eine Anprobe, bei den Herren reicht das häufig; Frauen haben meistens eine zweite und z. T. noch eine dritte bei komplizierten Kostümen. Pro Kostüm dauert das 15 – 20 Minuten. Die beiden Hauptdarsteller im „Graf von Monte Christo“ haben jeweils acht Kostüme. Also kann man die erste Anprobe mit 2 – 3 Stunden veranschlagen, was auch für die Künstler ziemlich anstrengend ist.

Wie historisch genau werden die Kostüme sein und wo erlaubt sich der Kostümbildner Freiheiten?
Das Stück ist historisch in einem Zeitrahmen von 1815 (zu Beginn) und 1838 (am Schluss) festgelegt. Daher konnte ich mich intensiv mit der Epoche des ausgehenden Empire bzw. des Biedermeier auseinander setzen. Diese Recherchearbeit ist mittlerweile fast meine Lieblingstätigkeit in diesem Beruf – das Suchen nach Bildmaterial, um Vorbilder zu finden. Ich möchte schon, dass das Kostüm in der Erscheinung historisch stimmig ist, aber immer mit dem Blick von heute und für Menschen von heute.
Der Graf von Monte Christo selbst ist eher eine Märchenfigur, da kann ich auch viel freier und historisch „ungenauer“ sein. Auf jeden Fall muss er eine geheimnisvolle, fremde Aura haben. Richtig austoben kann ich mich aber in der Piratenszene, weil das eher „Show-Piraten“ sind, die mir Anachronismen und Augenzwinkern ermöglichen.

Oper

Jekyll/Hyde Darsteller Marc Clear wieder in der MuKo!

Unsere „Jekyll und Hyde“ Fans werden sich freuen: Marc Clear, Marysol Ximénez-Carrillo, und Regisseur Cusch Jung sind wieder in der Musikalischen Komödie! Sie proben gerade für die deutsche Erstaufführung des Musicals „Der Graf von Monte Christo“ am 4. Februar 2012.

En garde! - Hauptdarsteller Marc Clear bekommt für "Monte Christo" Fechtstunden.

„Monte Christo“ wird mindestens genauso spektakulär wie die erste Musicalproduktion („Jekyll und Hyde“) von Cusch Jung im Haus Dreilinden! Das Erfolgsmusical von Frank Wildhorn begeistert seit der Premiere 2010 immer wieder unser Publikum und sorgt stets für ein ausverkauftes Haus.

Auch der „Der Graf von Monte Christo“ ist von Wildhorn und verspricht hochemotionale Musik mit spektakulärer Szenerie. Marc Clear, wieder in der Hauptrolle, probt täglich nicht nur Musik und Choreographie mit seinen Bühnenkollegen, sondern auch die Kampkunst: Die Fechtszenen sind nicht einfach nachgeahmt oder choreographiert, sondern mit einem Fecht-Trainer einstudiert. Bleibt nur zu hoffen, dass genug Pflaster und Verbandszeug vorrätig ist :-) …

Schließungs-Diskussion ist der falsche Weg

Jetzt meldet sich der Förderkreis der Oper Leipzig e.V. zu Wort: Am heutigen Dienstag, 10. Januar wurden 10 Thesen zur kulturpolitischen Diskussion in Leipzig durch Vorsitzenden Wolfgang Ramsner an das Leipziger Rathaus geschlagen. Die 10 Thesen finden Sie nun auch hier auf unserem BLOG.

Zehn Thesen zur kulturpolitischen Diskussion in Leipzig

Deutliches Zeichen des Förderkreises gegen die derzeitige Debatte um die MuKo!

1.      Zum wiederholten Male werden die Leipziger Kulturbetriebe, besonders aber die Oper, in der politischen Debatte in die bloße Rolle von „Kostenfaktoren“ gedrängt. Dies ist nicht hinnehmbar. Die Kulturbetriebe sind vielmehr unschätzbare Aktivposten für Leipzig, die nicht nur entscheidend Bekanntheit und Renommee unserer Stadt prägen, sondern auch in vielfältiger Weise zum finanziellen Einkommen der Stadt beitragen.

2.      Eine Diskussion über unsere Kulturbetriebe, die sich allein auf die Frage beschränkt, welche Kürzungen oder gar Schließungen den geringsten Schaden anrichten, führt in die falsche Richtung. Aus ihr kann kein positives Szenario für eine gedeihliche Entwicklung unserer Kulturlandschaft erwachsen. Schon die Fragestellung an die Actori-Gutachter ist daher auf das Schärfste zu kritisieren.

 3.     Das exzellente Kulturangebot der Stadt Leipzig ist das wichtigste, vielleicht einzige internationale Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt. Dieses Angebot weiterzuentwickeln und zu verstärken ist zentrale Aufgabe aller Verantwortlichen in Leipzig.

4.      Ein gutachterlich vorhergesagtes zukünftiges „Finanzierungsloch“ von angeblich etwa drei Promille des städtischen Haushaltes zum Anlass für Debatten über Sparten- oder Spielstättenschließungen zu nehmen ist nicht nachvollziehbar. Offenbar soll damit das Unvermögen der politisch Verantwortlichen verschleiert werden, eine nachhaltige und zukunftsorientierte Kulturpolitik für Leipzig zu formulieren. Für eine Stadt, die Kulturhauptstadt Europas werden will, ist eine Schließungsdiskussion ein Armutszeugnis.

5.      Die Bemühungen zahlreicher, ehrenamtlicher bürgerschaftlicher Vereinigungen private Fördermittel für die Kultur in Leipzig zu mobilisieren werden verunmöglicht, wenn die politisch Verantwortlichen in Leipzig die eigenen Betriebe schlecht reden, die Betriebe nur als Kostenfaktor begreifen und daher über eine ständige Kürzungs- und Schließungsdebatte nicht hinauskommen

6.      Gemessen an der weltweit einmaligen Musiktradition in Leipzig und an ihrem insgesamt exzellenten Kulturangebot bleibt dessen internationale Bekanntheit und damit der Nutzen für die Stadt bisher leider weit hinter den Möglichkeiten zurück. Den flagranten Defiziten beim Stadtmarketing und ebenso bei der Außenkommunikation der Stadt wird aber mit einer Strangulierungsdebatte bei den Kulturbetrieben nicht beizukommen sein.

7.      Es soll nicht verkannt werden, dass finanzielle Zwänge eine Diskussion über Prioritäten und damit auch Nachrangigkeiten in der Kulturlandschaft erfordern. Dies muss aber in Respekt vor den Leipziger Traditionen, vor allem der Musik, erfolgen. Eine Überführung der Musikalischen Komödie in eine Jugendmusikeinrichtung – bei faktischer Entlassung des Ensembles – zu propagieren und dies eine „Fortentwicklung“ * zu nennen, ist in unseren Augen geradezu eine Verhöhnung dieses traditionsreichen Hauses.

 8.      Notwendig sind hingegen eine Finanzierung und Vermarktung der Leipziger Kulturbetriebe nach dem Vorbild weltweit bekannter Kulturmetropolen. International einmaligen, ja konkurrenzlosen Museen einen Marketingetat zu verweigern, hoch renommierten Orchestern, Theatern oder Chören finanziell so enge Fesseln anzulegen, das an offensive Werbung nicht zu denken ist, ist ein politischer Irrweg.

9.      Die Leipziger Kulturentwicklung braucht Nachhaltigkeit. Kulturaufwendungen angeblich zu „deckeln“, in Wahrheit aber jährlich zu kürzen in der Erwartung, dass Kosten- und Lohnsteigerungen dauerhaft von den Kulturbetrieben selbst erwirtschaftet werden, ist ganz offensichtlich unrealistisch und lohnt keine nähere Betrachtung. Selbst nach massivsten Amputationen wäre mit diesem Vorgehen ein – fragwürdiger – Erfolg nur von kurzer Dauer.

10. Unsere Stadt braucht ein integriertes, aktives Stadtmarketing zur besseren Nutzbarmachung des exzellenten Leipziger Kulturangebotes. So lange uns viel kleinere Städte bei der internationalen Bekanntheit als Kulturmetropolen den Rang ablaufen, benötigen wir keine Schließungsdiskussion. Was wir brauchen ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der Defizite unserer Kommunikation und als Konsequenz daraus deren Beseitigung

Mit der Knusperhexe beim Fototermin

Die Knusperhexe Volker Vogel zusammen mit Eckerhardt Schroeder und Kids der Kinderarche Sachsen e.V.. Eckerhardt Schröder verschenkt über die Weihnachtszeit zusammen mit der Oper Leipzig Karten für „Hänsel und Gretel“. Die Karten kommen verschiedenen soziokulturellen Einrichtungen zu Gute. Allein heute, am 29. Dezember, haben über 50 Kinder die Möglichkeit die Vorstellung zu besuchen. Dafür ein großes DANKESCHÖN!

»Europäische Weihnacht« auf rockradio

Hergehört: In der Reihe “Sonntags um Elf” wird morgen die Veranstaltung »Europäische Weihnacht« mit Kathrin Göring und Friedhelm Eberle live auch Rockradio übertragen. 11 Uhr beginnt die Matinee, davor gibt es ein Interview mit dem Leipziger Schauspieler Eberle und LVZ Kulturchef Peter Korfmacher. Der Livestream ist auf www.rockradio.de geschaltet!

60 Glühweine in 60 Minuten!

Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirner verkauft auf dem Weihnachtsmakrt Glühwein an die Leipzigerinnen und Leipziger. Natürlich wurde stilecht in unseren OPER LEIPZIG Tassen serviert.

Glühwein für einen wohltätigen Zweck: Prof. Ulf Schirmer verkaufte am Nikolaustag das wohlschmeckende Heißgetränk auf dem Leipziger Weihnachtsmakrt und plauderte derweil mit den Leipzigern.

Eingeschenkt wurde in unsere knallgelben OPER LEIPZIG Tassen, die man selbstredend mit nach Hause nehmen durfte.

Prof. Schirmer hat  alle Verkaufsrekorde gebrochen: Er verkaufte 60 Glühwein in der Stunde, das heißt einen pro Minute. Der Erlöss fließt das von Audi unterstütze soziale Projekt SOS Leipzig.

Leipziger Ballett

RUN! // Ballett tanzt in den Häusern der Stadt

Unsere Tänzer gehen baden und befinden sich plötzlich in - ganz wörtlich - verwickelten Angelegenheiten: Am Freitag ist es soweit, die choreografische Installation "RUN" von Mario Schröder wird im FitnessFirst gezeigt.

Die neue Reihe des Leipziger Balletts unter Mario Schröder startet diese Woche: Tanz in den Häusern der Stadt – eine Auseinandersetzung zwischen Architektur und Körper. Sehgewohnheiten sollen hinterfragt werden. Wie verändert der Raum den Körper und der Körper den Raum? Das Leipziger Ballett auf Spurensuche. Beginnend nun im FitnessFirst Räume, wo Menschen normalerweise ihre Körper trainieren und aktiv sind. Der Trainingsraum wird zum Kunstraum. Ein Kunstraum der Möglichkeiten: Tänzer schweben über Wasser oder sind verwirkelt, werden zur Wirkungseinheit zwischen Gerät und Körper.  Lassen Sie sich ein auf einen Rundgang in den Häusern der Stadt mit Ihrem Leipziger Ballett.

Musikalische Komödie

Ein neues Zuhause: Von Wien nach Leipzig.

Die junge Sopranistin Verena Barth-Jurca wurde in Rumänien geboren, ist in Nürnberg aufgewachsen und hat in den letzen 7 Jahren in Wien gelebt. Seit dieser Spielzeit gehört sie zum festen Ensemble der Musikalischen Komödie und hat in Leipzig ein neues zu Hause gefunden. Im Gespräch mit Maskenbildnerin Yvette Orzschig plaudert sie über das Wanderleben einer Sängerin und ihre ersten Eindrücke von Leipzig.
Am heutigen Freitag, den 2. Dezember, ist Verena erstmals als Dorothy in „Der Zauberer von Oss“ zu sehen.

Maskenbildnerin Yvette Orzschig im Gespräch mit Ensemblemitglied Verena Barth-Jurca . Foto: Emilie Cattin

Yvette Orzschig: Wie bist du zum Theater gekommen? – Oder besser gesagt: Zum Gesang?

Verena Barth-Jurca: Jetzt kommt die klassische Antwort: Ich habe immer gern gesungen!  Ich habe sehr früh angefangen, im Nürnberger Kinderchor zu singen, der war gleichzeitig der Kinderchor der Oper. Eines meiner ersten Stücke in der Oper war „La Bohème“. Es gibt eine große Kinderchorpartie im zweiten Akt, dort singt auch die Musette ihren wunderschönen Walzer „Quando men vo“. Ich war unglaublich fasziniert von dieser Auftrittsarie, ging dann zu meiner Gesangslehrerin und sagte: „Das will ich singen!“ – Sie hat erstmal gelacht und meinte, ich müsste meine Stimme aufbauen und ausbilden. Das hab ich dann gemacht, und mit dem Studium im Wien professionalisiert.

YO: Und in Wien zu studieren ist für Operette natürlich perfekt.

VBJ: Ja, absolut. Deswegen wollte ich unbedingt in Wien studieren. Auch weil ich das Tanzen sehr liebe und eine Tanzausbildung dort machen konnte. In der Operette kann man das Singen und das Tanzen perfekt verbinden. Deshalb sind Operette und Musical wirklich meine große Leidenschaft. Besonders die klassischen Musicals finde ich zauberhaft: „My Fair Lady“, „West Side Story“, „Show Boat“ oder die Musicals von Porter und Gershwin.

YO: Du hast in deiner ersten Spielzeit hier an der MuKo, wie alle Kolleginnen und Kollegen auch, sehr viel zu tun. Ich frag mich immer, wie ihr euch die vielen Texte und Schritte für die Inszenierungen so gut merken könnt?

VBJ: Ich habe tatsächlich 6 Rollendebüts, das ist wirklich eine Menge! – Aber man darf nicht den ganzen Berg sehen. Man muss alles stückweise lernen. Wenn ich alles auf einmal versuchen würde zu lernen, dann würde ich wahnsinnig. Bisher habe ich als freiberufliche Sängerin gearbeitet,  und wir hatten keine Wiederaufnahmen, wo man nur ein paar Proben hatte, um ein ganzes Stück zu lernen. Wir haben geprobt, die Premiere gehabt, das Stück einige Male gespielt, und dann kam erst die nächste Produktion. Trotzdem kann ich sagen, dass ich viele Soubrettenpartien schon gesungen habe, das ist ein großer Erfahrungsschatz, auf den man immer wieder zurückgreifen kann.

YO: Dann muss das feste Engagement doch eine Umstellung für dich sein?

VBJ: Es war schon eine Umstellung, aber es ist einfach total schön jetzt wieder eine Basis zu haben. Vor allem, sich wieder ein Zuhause einrichtigen zu können, im gleichen Bett schlafen, nicht ständig von Hotel zu Hotel reisen …das ist ein großer Vorteil!

YO: Da hast dir mit Leipzig auch eine wirklich schöne Stadt ausgesucht!

VBJ: Das Finde ich auch! Die letzten 7 Jahre habe ich  Wien gelebt und Leipzig erinnert mich ein wenig daran: Schöne Viertel, gemütliche Cafés …die Leipziger lassen sich’s auch gut gehen.

YO: Leipzig wird nicht umsonst „Klein Paris“ genannt!

VBJ: Ja, das passt gut. Leipzig ist eine Stadt zum Wohlfühlen. Das fiel mir hier nicht schwer. Wobei, ich sag immer, dass mein Zuhause dort ist, wo meine Sachen stehen. Das ist, glaube ich, eine recht typische Einstellung von Sängern. Nun bin ich froh, dass meine Sachen  in Leipzig sind. Nur meine Freunde vermisse ich manchmal, aber sie sind ohnehin in der ganzen Welt verstreut. So ist das eben in unserem Beruf.

YO: Aber in unserer vernetzen Welt gibt es ja heute viele Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben.

VBJ: Ja,, das ist sehr einfach geworden. Man muss aber der Typ dafür sein, dieses Leben zu akzeptieren und die Freundschaften so zu pflegen. Es war mir vor dem Studium schon bewusst, dass das einfach ein Wanderleben ist als Sängerin.

YO: Und morgen hast du Proben als Dorothee in „Der Zauberer von Oss“ – eine riesige Rolle!  Ich habe über die Jahre einige Dorothee-Darstellerinnen hier geschminkt.  Wir in der MuKo wissen wenn „Oss“ läuft ist Weihnachten nicht mehr weit! Die Kinder finden es jedes Jahr wieder toll.  Es gibt ja den Löwen, der fragt immer „bin ich eine Löwe oder bin ich eine Maus?“ – Und natürlich antworten alle Kinder: „Eine Maus, eine Maus!“  Es ist wunderbar zu sehen, wie alle mitspielen und mitfiebern.

VBJ: Ich freue mich sehr, ich bin gespannt, wie die Stimmung im Saal sein wird.

YO: Du singst auch in der „Zirkusprinzessin“. Ich weiß, dass deine Mutter da war, um dein Rollendebüt zu sehen. Hat sie dich mit blonder Perücke gleich erkannt?

VBJ: Meine Mama war ganz begeistert, sie kommt heute Abend gleich nochmals. Und natürlich hat sie mich sofort erkannt. Hinterher sagte sie mir, dass mir blond sogar sehr gut stehen würde.

YO: Ja, mir gefällt das auch sehr! Das hätte ich, ehrlich gesagt, nicht gedacht. Bei manchen Dunkelhaarigen passt eine blonde Perücke nicht immer. Aber das ist eben auch Theater, immer bereit für Verwandlungen zu sein! 

VBJ: Meine Freundin meinte einmal, als ich sie in die Maske mitgenommen habe, dass am Theater wohl immer Fasching sei!  Und ja – ein bisschen hat sie sogar recht. Und wenn man das nicht mag, ist man hier wohl falsch.