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Leipziger Ballett

RUN! // Ballett tanzt in den Häusern der Stadt

Unsere Tänzer gehen baden und befinden sich plötzlich in - ganz wörtlich - verwickelten Angelegenheiten: Am Freitag ist es soweit, die choreografische Installation "RUN" von Mario Schröder wird im FitnessFirst gezeigt.

Die neue Reihe des Leipziger Balletts unter Mario Schröder startet diese Woche: Tanz in den Häusern der Stadt – eine Auseinandersetzung zwischen Architektur und Körper. Sehgewohnheiten sollen hinterfragt werden. Wie verändert der Raum den Körper und der Körper den Raum? Das Leipziger Ballett auf Spurensuche. Beginnend nun im FitnessFirst Räume, wo Menschen normalerweise ihre Körper trainieren und aktiv sind. Der Trainingsraum wird zum Kunstraum. Ein Kunstraum der Möglichkeiten: Tänzer schweben über Wasser oder sind verwirkelt, werden zur Wirkungseinheit zwischen Gerät und Körper.  Lassen Sie sich ein auf einen Rundgang in den Häusern der Stadt mit Ihrem Leipziger Ballett.

Leipziger Ballett

Morrison is in town!

Pünktlich zur Wiederaufnahme von JIM MORRISON rockt das Leipziger Ballett unter Chefchoreograf Mario Schröder die Innenstadt!

Rocken den Augustusplatz: Die Company vom Leipziger Ballett unter Mario Schröder.

Mystiker, Lyriker, Rocklegende. Jim Morrison ist eine der kontroversen Gestalten der wilden siebziger Jahre. In der letzten Spielzeit feierte in Leipzig das gleichnamige Ballett Premiere: 90 Minuten THE DOORS, eine Hommage an das Enfant terrible der Rockmusik.

Am Sonntag, 16. Oktober, wird MORRISON wiederaufgenommen. Seine Schatten wirft er voraus, wieder voraus – gibt Interviews, läuft durch die Stadt. Halt.  Ein Wiedergänger?.  Nein. Nicht Morrison selbst, aber Martin Svobodnik. Er spielte in der letzten Saison die Titelpartie, neben dem “Schamanen” Oliver Preiß.  Und da steht er, Martin Svobodnik, auf dem Augustusplatz, gibt Interviews und plötzlich hinter ihm drei Menschen. Sie beginnen zu tanzen, die Musik der DOORS erklingt. Das neue Team für diese Spielzeit übernimmt. Maiko Oishi, Tenald Zace und Oliver Preiß – riders in the storm – jetzt noch in der Stadt, Sonntag auf der großen Bühnen.

PS: Nicht vergessen! Erstsemesterstudierende können noch den ganzen Oktober Vorstellungen für nur sechs EURO besuchen, ohne eine JUNIORCARD besitzen zu müssen.

Leipziger Ballett

Bodyguards und Beifall

Das Leipziger Ballett wird mit der "Großen Messe" auch in São Paulo gefeiert. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen sind derweil für alle ungewohnt...

Donnerstag, 22. September 11

Aufgang„Theatro Municipal“

Auch die erste Vorstellung im ausverkauften „Theatro Municipal“ (1500 Plätze!) in São Paulo war ein riesiger Erfolg. Stehende Ovationen und für São Paulo ungewöhnlich langanhaltender und herzlicher Applaus!

Die kleinen und großen Probleme während des Aufbaus der Bühne haben unsere Techniker natürlich ganz wunderbar in den Griff bekommen! Auch hier, wie in Bogotá, gab es eine ganz besondere Spannung und Konzentration im Zuschauerraum.

Natürlich hat die Millionen-Metropole Brasiliens einiges spannendes

Bodyguards beschützen die Comapny.

und kurioses für uns bereit gehalten. Schon der Weg von Hotel zum „Theatro Municipal“ war etwas speziell. Ist der 650 Meter lange Weg tagsüber ungefährlich, ändert sich das mit Einbruch der Dunkelheit drastisch. So war es uns vor der Vorstellung nicht erlaubt, den kurzen Weg alleine zu gehen. Vor dem Hotel standen schon Bodyguards und egal ob man alleine, zu zweit oder in einer Gruppe gegangen ist, wurde man von mindestens drei Guards begleitet. Eine Erfahrung, die sehr nachdenklich macht…

Diese kleinen Momente des Unbehagens waren aber im Moment der Vorstellung schnell vergessen. Wir sind alle sehr glücklich über den mehr als positiven Zuspruch.

Noch ein  kleines Schmankerl aus Bogotá: Der Rückblick unserer Maskenbildnerinnen Jenny Rosenberg und Sina Ronniger:

“Seit unserer Ankunft in Bogotá fühlen wir uns ein wenig „high“! Vermutlich liegt das an der dünnen Luft in 2500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Luft wirkt auf uns wie Lachgas. Wir Kichern und Lachen unheimlich viel, vielleicht auch, weil alles – im Gegensatz zu Europa – etwas kurios wirkt. Aber genauso kurios, wie die Kolumbianer auf uns wirken, wirken wir wohl auch auf sie: Für heimische Verhältnisse sind wir nicht sehr groß, dennoch überragen wir hier fast alle Menschen um einen Kopf. Unsere hellen Haare strahlen hervor aus dem samtenen Schwarz dunkler Köpfe. Unser Lachen steckt an. Wir bekommen stets ein freundliches Grinsen zurück. Alle Menschen sind sehr freundlichen und zuvorkommend.  

Die Stadt ist ein Abenteuer. Wir halten ein kleines gelbes Taxi an. Der Fahrer hat mindestens vier Namen, das klingt beeindruckend – fein auf sein Namenschild graviert. Unser Fahrer heißt Rodrigez Asuncion German (bedeutet nicht „deutsch“) Ramirez. Er fährt wie der Teufel. Er hupt, drängelt und überholt rechts. Wir versuchen ein paar Fotos aus dem Fenster zu schießen: verwackelte, wilde Linien. Sie gelingen zu moderner Kunst. Die eigenwillige Architektur der Stadt verschwimmt zu bunt-rasenden Streifen. Plötzlicher Stopp, eine rote Ampel! – Straßenhändler mit Obst oder Wasser kommen zu uns ans Fenster. Wir kaufen nichts, dürfen nichts kaufen, die Türen und Fenster dürfen nicht geöffnet werden. Die wundervollen Früchte bleiben zurück. Was für Früchte! Kaum zu glauben, wie viele Sorten an Früchten man hier kaufen kann, schon allein unser Reiseführer listet dreißig verschiedene Sorten. Jedes Frühstück wird zum Abenteuer des Versuchens: Manche Frucht ist außerirdisch schleimig, andere süß, die nächste labberig, die Meisten aber wirklich köstlich. — Angekommen in der Altstadt: Immer noch haben wir Schals vor dem Gesicht. Smog. Der wird egal, denn wir sind verzaubert vom Flair der niedrigen, buntbemalten Häuser. Sie sind geschmückt mit kunstvoll geschnitzten, hölzernen Fensterläden. Gründungskern Bogotás – die 12 ältesten Häuser stehen noch. Wir sehen ein paar Politiker zum Parlament laufen. Vier Männer in Anzügen, von ebensoviel Feuerpistolen bewaffneten Leibwächtern umringt. An den Anblick von großen Waffen mussten wir uns erst gewöhnen: an allen Ecken steht Militär, Private-Security oder Polizei. Auch unser Hotel ist überwacht. In einer kleinen versteckt gelegenen Kirche, „Santa Clara“, genießen wir einen Moment der Ruhe. Aus dem Halbdunkel tauchen Bilder und Skulpturen auf, jeder Flecken ist gemustert und über uns wölbt sich eine Decke, die besetzt ist von goldenen Sternen. Wir atmen durch, bevor wir uns wieder nach draußen wagen. Die Luft ist immer noch dünn, sie drückt. Wir sind gespannt, mit welchen Namen der nächste Taxifahrer uns begrüßt.”

Jenny Rosenberg und Sina Ronniger || Maskenbildnerinnen

Leipziger Ballett

Unsere Techniker: Die Helden von São Paulo

Dienstag, 20. September 11

Unser Technik-Team beim Aufbau: Auf die Jungs und Mädels ist im Zweifel immer Verlass!

Mittlerweile in São Paulo. Die Stadt ist riesig, sonnig, laut, spannend, gefährlich und schön. Das „Teatro Municipal“ ist ein Gebäude, das 1903, dem neobarocken Stil der Pariser Oper nachempfunden, gebaut wurde. Es wird erst seit Kurzem wieder bespielt, da es nach einem Brand renoviert und restauriert werden musste. Große Künstler wie Maria Callas, Enrico Caruso, Isadora Duncan, Benjamino Gigli, Vaslav Nijinsky, Anna Pawlowa – um nur einige zu nennen -  standen schon auf dieser hinreißenden Bühne, die auf den ersten Blick nur schön und außergewöhnlich ist.
Aber -  die Tücke liegt im Detail und einer unbedarften Haltung der Gastgeber gegenüber unseren technischen Abforderungen. So fanden sich unsere Technischen Leiter nach 6-stündigem Flug und nochmals weiteren 2 Stunden bis zur Ankunft im Hotel nachts um 1h in der Situation, noch ins Theater zu müssen, da es Unklarheiten gab. – Und davon nicht wenige. Lief in Bogotá noch alles einigermaßen glatt, ist es hier nur unseren Technikern zu verdanken, dass überhaupt etwas vorwärts geht. Unser Technischer Leiter verbringt ungewollt die halben Nächte im Theater, um den zeitlichen Aufbauplan einigermaßen gewährleisten zu können. Die zu lösenden Probleme würde ich gerne von ihm selbst hier an dieser Stelle berichten lassen, doch dazu fehlt ihm einfach die Zeit. – Dabei wäre es super spannend ein Gastspiel aus dieser Perspektive zu sehen.
Während die Technik damit beschäftigt ist die Bühne in den Griff zu bekommen, proben die Tänzer in einem Ballettsaal in der Nähe des Theaters.
Heute Abend, nach Fernsehinterviews mit Mario und Isis (unserer brasilianischen Tänzerin) soll es die erste Bühnenprobe geben.
Und wieder ist es spannend ob das möglich sein wird…..

Leipziger Ballett

“Grosse Messe” wie für das heutige Kolumbien geschaffen!

Botschaftsrätin Dr. Barbara May lobt den Auftritt des Leipziger Balletts unter Leitung Mario Schröders als einen der kulturellen Höhepunkte in der Zusammenarbeit beider Länder.

Aus Sicht der  Deutschen Botschaft in Bogotá stellt der Auftritt des Leipziger Balletts im perfekten Zusammenspiel mit dem Nationalen Symphonieorchester Kolumbiens und dem Chor der Sociedad Coral Santa Cecilia sicherlich einer der Höhepunkte der kulturellen Zusammenarbeit in diesem Jahr dar. Die Aufführung der Großen Messe im ausverkauften Teatro Mayor hat das Publikum und die Künstler in aussergewöhnlicher Weise berührt. Es scheint, dass die Choreographie aus dem Jahr 1996 für das heutige Kolumbien geschaffen worden ist. Uwe Scholz ist es gelungen, die sakrale Musik Mozarts – umwoben von modernen Elementen und Interpretationen der Bachschen Fugen – auf berauschende Art sichtbar zu machen. Eine Leistung, die nur gelingen kann dank der in jedem Moment überzeugenden Tanzompagnie und ihrer congenialen Ergänzung durch die Musiker und Sänger. Dirigent Andreas Schüller und Ballettdirektor Mario Schröder ist es zu verdanken, dass dieses einzigartige Werk fortlebt. Wenn Uwe Scholz das Leipziger Ballett zum Botschafter seiner Stadt und seiner großen musikalischen Tradition machen wollte, so hat er dieses Ziel erreicht. Das gilt auch für die in der Aufführung transportierten Aussagen über Leben und Tod, Hoffnung und Glauben.

Dem ersten Auftritt in Lateinamerika werden hoffentlich noch viele weitere Tourneen folgen – wir freuen uns auf ein Wiedersehen, auch über die Landeshauptstadt hinaus!

Dr. Barbara May
Botschaftsrätin

Referentin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kultur und Protokoll Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Bogotá

Leipziger Ballett

Große Messe in Bogotá. Erste Vorstellung im „Teatro Mayor“

Die "Große Messe" in Bogotá war ein riesiger Erfolg. Lesen auf unserem BLOG die Rückschau von Uwe Möller. Während wir noch über Kolumbien lesen, ist die Company schon auf dem Weg nach São Paulo / Brasilien. Wir bleiben gespannt und sagen schon jetzt TOI TOI TOI

Freitag, 16. September 11

Probenimpression aus Bogotá. Uwe Scholz - Die große Messe.

Die Waschmaschinen sind aufgetaucht, die Moving Lights sind auch durch den Zoll und schon für die Generalprobe eingerichtet, die in 10 Minuten beginnt.
Zur öffentlichen Hauptprobe, die gestern sehr gut über die Bühne gegangen ist, waren über 1000 Zuschauer gekommen. Wahnsinn!
In 5 Stunden ist hier die erste „ausverkaufte“ Vorstellung. Spannung und Vorfreude sind nicht anders als bei einer Premiere.

 ***

„Da ich die „Neue“ beim Leipziger Ballett bin, waren die ersten Tage des Gastspiels für mich sehr interessant. Ich habe nicht nur ein neues Land kennengelernt, sondern auch viele Kollegen aus anderen Abteilungen. Sehr schön!!
Der Ausflug mit 3 supernetten Kolleginnen auf den Berg Monserrate, von dem aus man einen faszinierenden Ausblick auf die Stadt hat, war für mich etwas sehr Besonderes.
Die Menschen, denen man hier im Theater, auf der Straße, in den Geschäften und Restaurants begegnet sind wirklich sehr freundlich und nett.“

Visnja Kirst ||  Ballettrepetitorin

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Grandiose 1. Vorstellung!!!

1300 Menschen haben unglaublich konzentriert die Vorstellung verfolgt. Es gab Momente – sogar längere Phasen – in denen es auf Seiten des Publikums eine absolute Stille gab. Fast wie ein gemeinsamer Puls. Nichts Störendes. Ein großer Mann hat einmal gesagt:  „Dance can be so totally that the dancer disappears and only the dance remains!“ [Tanz kann so total sein, dass der Tänzer sich auflöst und nur der Tanz bleibt]. Das gleiche kann man  hier  über das Orchester und die Sänger sagen. Damit meine ich nicht die totale Perfektion, sondern die totale Hingabe an diesen gemeinsamen Moment. GROSSARTIG!

Frau May von der Deutschen Botschaft wird in den kommenden Tagen noch einmal aus einer anderen Perspektive einen Beitrag für unseren Blog schreiben und sich dabei auf die Aktualität der „Großen Messe“ im Bezug auf die politische Situation Kolumbiens beziehen.

Leipziger Ballett

Vierter Tag des Südamerika-Gastspiels! Wo bleibt eigentlich die Waschmaschine?

Neues vom anderen Ende der Welt! Heute bloggen für Sie nicht nur Uwe Möller, sondern auch die KollegInnen von Technik, Ton und Kostüm!

Tag 4,
Donnerstag, 15. September 2011

Alle müssen mit ran! Uwe Möller, Referent des Leipziger Balletts, übt sich als Maskenbildner!

Bogotá im Sonnenschein. Es gibt erstaunliche Temperaturunterschiede an einem Tag in dieser Stadt. Heute verwöhnt uns wirklich die Sonne und selbst im Theater sind die Temperaturen wieder angenehmer. Im „Teatro Mayor“  bereiten sich alle auf die Hauptprobe vor. Der Beleuchtung fehlen noch Moving Lights. Unser Agent hat sie eigens für die Gastspiele angeschafft, sie hängen aber noch im Zoll  fest.  Oscar Mauricio Sanchez, einer der bekanntesten TV-Moderatoren des Landes, dreht heute für den „Canal Caracol“ einen Beitrag über unsere kolumbianische Tänzerin Urania Lobo Garcia für das Programm „Colombia mis cerca“, das über die Landesgrenzen Kolumbiens hinaus ausgestrahlt wird.

Wir proben und erleben weiter. Es bleibt spannend!

 

 

Und hier die angekündigten ersten Eindrücke aus unserem Team:

Das Waschmittel ist schon da! Hoffen wir, dass Frau Zechendorf bald ihre Waschmaschine bekommt!

“Nach endlos langem Flug in Bogotaá angekommen, gab es gleich im Hotel die ersten Verwirrungen die Zimmer betreffend. Als das geklärt war, erwartete uns das nächste Abenteuer: die Überquerung der Straße. Das war eine Mischung aus Überlebenstraining und Fitnessprogramm zugleich. Grüne Ampelphasen bedeuten nicht unbedingt gefahrlos auf die andere Straßenseite zu gelangen…
Die große Überraschung gab es aber dann im Theater, denn – obwohl bestellt – war weit und breit keine Waschmaschine zu sehen. Das wird heute eines der großen Fragezeichen sein, das hoffentlich gelöst werden kann. Die heutige Probe ist in Kostüm und Maske, also müssen die Kostüme anschließend auch gewaschen werden. Ich bin gespannt …

Gabriele Zechendorf || Ankleiderin

Brit Model! - Konnte endlich nach Hause telefonieren.

“E.T. – nach Hause telefonieren.
Nach 2-tägiger Suche haben wir endlich das Zauberwort gefunden: „UFF“ heißt die Telefonkarte, mit der man es auch schafft nach Europa zu telefonieren. Tillmann und ich haben dafür gleich 3 und zeitweise sogar 5 Damen im Shopping Center damit beschäftigt.
Aber das Aktivieren der Karte war genauso abenteuerlich: Name, Passnummer und E-Mail Adresse braucht man, um die Karte zu aktivieren. Und natürlich fließende Spanisch Kenntnisse (was für uns kein Problem ist, ha,ha..). Aber das Ergebnis hat sich gelohnt. Nach 12-minütigem Gespräch waren gerade einmal 0,80€ „verbraucht“. Toller Tarif!
Brit Model || Tontechnikerin

“Ich bin sehr angetan von dem Theater und den Kollegen der Technik und der Beleuchtung. Sie sind sehr gut und mit ihnen lief es bisher klasse!
Kopfschmerzen machen mir allerdings die noch fehlenden Moving Lights. Sie sollen heute Nacht endlich kommen. Na mal sehen……”
Michael Röger || Beleuchtungsmeister

Anja Becker muss fremdkuscheln!

“Ich habe vor einer Stunde mit meinem kleinen Sohn telefoniert und es hat mir das Herz zerrissen als er plötzlich aus der Kalten sagte: „Mama ich vermisse dich so sehr, ich mag nicht ohne dich sein“. Ich habe mich nie schrecklicher gefühlt. Der Umstand, dass ich am anderen Ende der Welt bin, dass wirklich spannend ist, tröstet mich gerade nur wenig. Ich bin froh, dass ich den Spielzeug Airbus A 380 im Flugzeug für ihn gekauft habe, denn das wischt,  wenn ich dann wieder zu Hause bin, allen Kummer weg.”
Anja Becker || Ballettmeisterin

“Ich bin angenehm überrascht, weil es hier in Bogotá viel entspannter ist als ich dachte. Die Menschen sind wirklich sehr nett und freundlich.
Aber ich würde mich nie trauen selber mit dem Auto durch die Stadt zu fahren, denn hier wird z.B. auch auf einer 2-spurigen Straße problemlos von der rechten Spur direkt links abgebogen.
Die Sonne und die UV-Strahlung haben in dieser Höhe eine besondere Kraft. Ich war um 10h morgens für eine Stunde auf dem Berg und habe mir die Kirche Santuario de Monserrate angesehen. Trotz vieler Wolken habe ich einen Sonnenbrand bekommen.
Roman Slomski || Ballettmeister

Leipziger Ballett

Proben, Zwiebelhaut-Prinzip und Hitzewallungen …

Das Leipziger Ballett ist auf Gastspiel in Kolumbiens Millionenmetropole Bogotá! Auf unserem BLOG sind Sie immer mit dabei!

Definitiv kein Erholungsurlaub! Mario Schröder probt DIE GROSSE MESSE mit seiner Company im "Teatro Mayor", Bogotá (Kolumbien).

Tag 3
Mittwoch, 14.9.11

Alles fließt.
Bogotás Straßen sind immer in Bewegung. Es ist faszinierend zu sehen, dass eine 2-spurig ausgebaute Straße ohne Probleme auch 4-spurig genutzt wird, damit der Verkehr fließt.
Es funktioniert, auch wenn das Adrenalin steigt.

 Alles ist in Bewegung.
Ich bin begeistert zu sehen, wie konzentriert heute Abend nach einem sehr anstrengenden Tag für die Tänzer die erste Probe mit Orchester und Chor verläuft. Tänzer, Sänger und Musiker begegnen sich in dieser Zusammensetzung hier zum ersten Mal und gerade das ist spannend, zumal die Gruppen aus tatsächlich unterschiedlichen Kontinenten  zusammenkommen.

Kunst hat so etwas wundervoll Verbindendes.
Die Mitarbeiter des Teatro Mayor sind super nett und man spürt überall die große Erwartung. Das Haus leistet es sich zum ersten Mal, in einer Saison 5 Tanzgastspiele einzuladen. Das Interesse – auch beim Publikum – dafür scheint riesig.

Ein großes Thema für die Tänzer ist allerdings die niedrige Temperatur im Theater. Wie kann man seine Muskulatur gut warm halten, damit es nicht zu unnötigen Verletzungen kommt? Über Stunden in Bewegung bleiben geht auch nicht. So hält das gute Zwiebelhaut-Prinzip her und es wird soviel Trainingskleidung wie möglich übereinander angezogen, was zu ganz lustigen Momenten auf der Bühne führt, wenn das zuviel an Pullover erst einmal wieder in die Gasse fliegt, weil es doch beim Pas de deux stört.

Morgen wird es hier im Blog auch erste Kommentare und Eindrücke der Kollegen geben.
Ich bin gespannt.

(Text: Uwe Möller)

Leipziger Ballett

Von Südamerikanischen Tankstellen …

Uwe Möller, Referent des Leipziger Ballett, bloggt exklusiv für Sie die ersten Eindrücke und Erlebnisse aus Bogotá!

Tag 1
Montag, 12.09.11

 5 Uhr  Morgen. Abfahrt zum Flughafen Tegel. Wir alle sind etwas verschlafen, starten aber  unseren ersten Flug pünktlich. Von Berlin aus geht es erstmal nach Paris. Dort müssen wir unseren Anschlussflug nach Bogotá bekommen.

***

Elf (!) ganze Stunden später: Der Anschlussflug war ruhig aber endlos lang. Wir sind mit vollständigem Gepäck (! juhu !) dann ins Quartier gebracht worden.

Das 5-Sterne Hotel ist mit Wachpersonal gut gesichert, aber alle Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir sind im Norden der Stadt, der gemeinhin als wohlhabender und sicherer gilt.  Dennoch war uns etwas mulmig zumute, da wir diese hohen Sicherheitsstandards aus Europa kaum kennen. Der sprühende Rhythmus dieser lauten und lebendigen Stadt hat uns am Abend aber doch rausgelockt: In Hotelnähe sind wir essen gegangen. Urania, eine unserer Tänzerinnen, kommt aus Bogotá und hat uns sehr geholfen uns zu orientieren. Große Nerven für einen Ausflug hatten wir aber nicht mehr. Vollkommen ermüdet ging der erste Tag nach 23 Stunden zu Ende. Auch der Jetlag (Immerhin sieben Stunden Unterschied zur MESZ!) ist nicht ganz spurlos an uns vorbei gegangen.

2. Tag
Dienstag, 13. 09.2011

Sehr gutes Frühstück! Neue Power und gleich die ersten Interviews im Hotel: 10h Mario Telefoninterview und 11h Urania im TV-Interview. – Parallel dazu: technische Einrichtung auf der Bühne seit 10h. Da bleibt keine Zeit für Sightseeing. Alles wuselt umher. Ein wenig problematisch: In der Hochebene von Bogotá ist die Luft wesentlich dünner. Bin gespannt, wie die Tänzer darauf reagieren. Mir selber fällt es schwerer zu atmen. Dazu kommt, dass die Luft hier nicht die sauberste ist.

***

Bogotá, die riesige Metropole mit ca 8 Mill. Einwohnern, liegt in einer Höhe von fast 2500 m über dem Meeresspiegel, geografisch auf einer Hochebene der Anden.

Das mit dem Taxi ca 45 Min entfernte Stadtzentrum fasziniert alleine durch seine Museen und ich hoffe, dass wir noch die Möglichkeit haben werden, etwas von dieser Stadt zu erleben.

Das „Teatro Mayor“, mit einer Kapazität von 1300 Plätzen, an dem wir am Freitag und Samstag zwei ausverkaufte (!) Vorstellungen haben werden, liegt noch einmal 40 Autominuten nördlicher in der Stadt als unser Hotel. Erst 2010 eröffnet, ist es mit der im gleichen Haus beherbergten Bibliothek ein kulturellen Punkt im Norden der Stadt.

***

Inspizient Sebastian Angermaier an der Sauerstoff-Tankstelle! - Dann mal tief Luftholen!

Im Theater findet heut schon der 2. Probentag für Orchester und Sänger mit Dirigent Andreas Schüller statt. Für uns ist es die erste Probe. Schon im Training wurde es deutlich, dass einige Tänzer mit der „dünnen“ Luft Schwierigkeiten haben und die bereitstehenden Sauerstoffgeräte sind bei der anschließenden Probe tatsächlich zum ersten Mal zum Einsatz gekommen. Von den Sängern weiß ich, dass es ähnliche Probleme mit der Luft gab.

Da der Sauerstoffgehalt in 2500 m Höhe geringer ist, können die roten Blutkörperchen auch nur weniger Sauerstoff an sich binden. Das Atmen fällt schwerer und das Herz versucht mit einer erhöhten Frequenz das Defizit auszugleichen.

Da hilft aber langfristig nichts anderes, als dass der Körper vermehrt rote Blutkörperchen produziert, um wieder normal belastbar zu sein. Das dauert einige Tage. Die Kolumbianer kennen das  Phänomen natürlich, so werden im Theater „Sauerstofftankstellen“ zur Verfügung gestellt, die einem dabei helfen sollen, wieder in einen normalen Rhythmus zu kommen. Bis zur Vorstellung sollte sich aber alles wieder eingependelt haben ;-))

Leipziger Ballett

Leipziger Ballett tanzt ab!

Ballettdirektor Mario Schröder hat, samt Campany, die Messestadt verlassen und ist nach Südamerika ausgewandert.Aber keine Angst: Sie kommen wieder!

Unsere Company auf großem Gastspiel:  Zwei Wochen lang werden Mario Schröder und seine Tänzerinnen & Tänzer Südamerika bereisen. Im Gepäck haben sie DIE GROSSE MESSE – die Leipziger Meisterchoreografie von Uwe Scholz. Stationen ihrer Reise werden Bogotá (Kolumbien) und (São Paulo) Brasilien sein.

Momentan sitzten aber alle noch im Flieger und erwarten gespannt die Landung. Mehr News von unserer Company in Südamerika gibt es in Kürze hier auf unserem Blog!

+++Latest News+++
[13.09.2011 // 14:00] Alle sind wohlbehalten gelandet! Mit einem Zeitunterschied von Minus sieben Stunden begehen alle Tänzerinnen und Tänzer in aller Frühe (In Bogotá ist es sieben Uhr morgens!) den ersten Tag ihrer Gastspielreise!