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Musikalische Komödie

Unfreiwillige Dreiecksbeziehung in der Waffenschmiede

Das Fräulein von Katzenstein ist die ewige Kralle in der Ferse des wild fauchenden Grafen von Liebenau. Er liebt ja die Waffenschmiedstochter Marie und kann sich nur in der Verkleidung als Schmiedegeselle Konrad auf Brautwerbung begeben. Zum Glück ist er damit vorerst die rollige Adelsdame los, obwohl? - Irgendwie schnurrt sie dennoch ständig um seine Füße ... Und wenn nicht sie selbst, dann bedient sie sich des Ritters Adelhof als Postillon d’amour.

Am Anfang war das Feuer. Das lodert und flackert nun munter in Stadigers Waffenschmiede. Wo Feuer und Öfen sind, sind auch Katzen nicht weit. Sie sind immer dort, wo es heiß her geht. So schleicht sich auch die von Katzenstein immer wieder ins Geschehen ein, obwohl sie eigentlich nie auf der Bühne zu sehen ist. Das dies mitunter zu Absurditäten führen kann, illustriert extra für uns Kostümbildnerin Annette Braun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer jetzt das Gefühl hat seinen eigenen Schwanz zu jagen, der kann sich HIER wieder in die richtigen Bahnen bringen. Sie finden utner unserem Link die Kurzhandlung zum nachlesen!

Und nicht vergessen: Die Premiere vom „Waffenschmied“ ist diesen Samstag, 21.05.2011, um 19 Uhr in der MuKo!

Musikalische Komödie

“Verrückt und liebenswert zugleich!”

Carolin Masur im Interview zum "Waffenschmied"

Figurine der Irmentraut zu Lortzings Waffenschmied von Kostümbildnerin Annette Braun

Die Mezzosopranistin Carolin Masur spielt in der neuen „Waffenschmied“-Inszenierung die Rolle der Irmentraut, der Erzieherin von Marie. Manchmal wird diese Stückfigur etwas einschichtig als mannstolle alte Jungfer dargestellt. Wir fragten die Sängerin danach, was für eine Frau diese Irmentraut  aus ihrer Sicht ist?
Auf der Grundlage der Musik, der Texte und der Ideen des Regisseurs habe ich versucht, mir die Rolle einer Frau zu bauen, die sehr verantwortungsvoll mit ihrer Aufgabe als Ersatzmutter für Marie umgeht. Sie wurde sozusagen in diese Rolle reingeschmissen als Stadinger sie vor vielen Jahren aus Verzweiflung ins Haus holte, um das kleine Kind, mit dem ihn seine Frau allein gelassen hatte, aufzuziehen. Sie  wusste vielleicht selbst nicht, worauf sie sich da einließ und wie lange sie dafür im Haus bleiben sollte. Und nun stellt sich heraus, sie ist so lange dageblieben bis dieses „Kind“ verheiratet wird. Im Laufe der Jahre ist Irmentraut in die Rolle der Ersatzmutter hineingewachsen und geht darin auf. Sie fühlt sich auch erzieherisch sehr verantwortlich für Marie. Vielleicht  ist sie auch manchmal etwas übermütterlich. Mit diesem Tick zuviel will sie für Marie sorgen und ihr Entscheiden abnehmen.  Aus ihrer Sicht will sie das Beste für Marie. Deshalb möchte sie auch, dass sie möglichst gut verheiratet wird.

Marie hat ja in unserer Inszenierung einen starken emanzipatorischen Anspruch. Sie möchte ihr Leben gern selbst in die Hand nehmen und den Mann wählen, den sie auch wirklich liebt. Könnte man sagen, dass Irmentraut hingegen ein eher rückwärts gewandtes Frauenbild vertritt?
Sie würde es schon lieber sehen, wenn Marie dem Werben des Grafen erliegen würde als dass sie sich mit dem „Schmiedegesellen Konrad“ abgibt. Sie will ja auch, dass es ihr finanziell gut geht. Ein weiterer Grund für ihre Vorliebe für den Grafen ist vielleicht noch, dass Irmentraut ihn selber attraktiv findet. Das versuche ich auch zu spielen. Immer, wenn der Graf kommt, lasse ich meinen Gedanken: „Ist das ein schmucker junger Mann“, durchblicken.

Und wie ist Irmentrauts Verhältnis zu Stadinger? Sie ist ja schon lange bei ihm  im Haus und es läge nahe, dass sich beide sehr annähern im Laufe der Zeit?
Ja, das glaube ich auch. Da wird sicher was gewesen sein mit dem Stadinger. Ob die beiden aber „offiziell“ ein richtiges Paar werden, weiß man nicht, das kann gern offen bleiben für die Fantasie…

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu dieser Figur, können Sie sich in Irmentraut hineinversetzen?
Ich versuche, mich in die Situation dieser Ersatzmutter ein wenig einzufühlen. Das ist  psychologisch durchaus verrückt, weil ich selbst mit einer zweiten Mutter groß geworden bin und ich nun von der anderen Seite her, von der der Erzieherin, in dieser Rolle auch eigenes Erleben wiederentdecke.

Der Typus solcher Figuren wie Irmentraut wird ja auch mit „Komische Alte“ bezeichnet: Ist Irmentraut in Lortzings „Waffenschmied“ – neben aller Ernsthaftigkeit – auch komisch?
Auf jeden Fall. Sie ist eine skurrile Frau und mit all ihren Verrücktheiten, die sie zum Wohl anderer tun will, hoffentlich auch komisch. Das wäre jedenfalls das Schönste, wenn ich das zeigen könnte mit dieser Rolle. Verrückt und liebenswert zugleich. Ich freu mich auf die Inszenierung!

 

Das Interview führte Dramaturgin Marita Müller.

 

Musikalische Komödie

Kurz erzählt … || Der Waffenschmied

Der Graf hat die hübsche Marie gesehen – bürgerliches Mädchen, Tochter eines Waffenschmieds – und sich in sie verliebt.
Der Vater (Waffenschmied) ist aufgrund eigener schlechter Erfahrungen aufs Äußerste misstrauisch gegenüber Adligen, die schönen jungen Frauen nachstellen.
Der Graf sieht keinen anderen Ausweg als unter dem falschem Namen „Konrad“, gemeinsam mit seinem Knappen Georg, als Gesell beim Waffenschmied in den Dienst zu treten.
Die Affäre mit dem Mädel macht Fortschritte. Als „Ritter“, der ebenfalls in sie verliebt ist, will er ihre Liebe und Treue auf die Probe stellen. Das Auftauchen des Vaters vertreibt ihn.
Am nächsten Morgen ist „Konrad“ eifersüchtig auf den „Ritter“, d. h. auf sich selbst, und macht Marie Vorwürfe. Marie ist sich sicher, nur „Konrad“ zu lieben.
Andere Interessen kommen ins Spiel und stiften Verwirrung: Ein Ritter Adelhof rät Stadinger (im Auftrag einer adligen Dame), seine Tochter mit dem Gesellen „Konrad“ zu verheiraten, um einer Entführung durch den Grafen vorzubeugen.
Stadinger kann „Konrad“ nicht leiden und schlägt Georg als Schwiegersohn vor. Der will aber nicht.
Der Graf greift nun zu drastischeren Mitteln: Er inszeniert einen Überfall auf das Mädchen, damit „Konrad“ es retten und der Vater ihm zur Belohnung die Tochter zur Frau geben kann. – Ohne Erfolg.
Erst als der Graf militärischen Druck macht und die Hochzeit von Marie und „Konrad“ durch einen „Brief vom Rat der Stadt“ befehlen lässt, gibt Stadinger klein bei.
Marie erfährt erst nach der Trauung, dass „Konrad“, der Graf und der „Ritter“ ein und dieselbe Person sind. Sie kommt sich vor wie eine „verkaufte Braut“.

(Text: Marita Müller)

Musikalische Komödie

Waffenschmieds Werkstatt

Sie als Zuschauer sehen, wenn Sie in unser Haus kommen, eine komplett fertige Inszenierung! - Doch der Weg dahin ist lang und arbeitsreich. Es muss probiert werden, Sänger müssen Texte lernen, das Orchester die Partitur spielen. Doch auch in den Werkstätten herrscht viel Trubel. Schließlich werden Bühnen- und Kostümbild für jede Produktion aufwändig angefertigt. Um diese Prozesse etwas transparanter zu gestallten, gibt es heute einen kleinen Einblick in die Werkstattarbeiten zum Bühnenbild unseres neuen WAFFENSCHMIEDS.

Echt farbig! Unsere BühnenmalerInnen gestalten das Bühnebild noch selbst mit Pinsel und Farbe!

Rostlaube? Ganz im Gegenteil! - Unsere Werkstätten bauen sogar ... nun ... Werkstätten! Das wird die Waffenschmiede von Meister Stadinger.

Ziel: Aus klein mach groß! - Gerade arbeiten alle fleißig daran, dass kleine Modell Bühnenwirklichkeit werden zu lassen! Vom Ergebniss überzeugen Sie sich am Besten selbst: Der Waffenschmied hat am 21. Mai in der MuKo Premiere.

Musikalische Komödie

Konzept? Konzept! – Proben zu Waffenschmied beginnen.

Regisseur Stefan Petraschewsky bloggt exklusiv für den Oper Leipzig Blog. Lesen Sie hier seine Gedanken zur Konzeptionsprobe.

Regisseur Petraschewsky will mit seinem Waffenschmied HINAUS INS FREIE. Hier zu sehen beim Fototermin zur Inszenierung.

Heute also Konzeptionsprobe. Es geht darum, allen an der Produktion Beteiligten unsere Sichtweise auf das Stück nahezubringen und die Inszenierung vorzustellen. „Unsere“ meint: die Sichtweise vom Inszenierungsteam – also Bühnenbildner, Kostüm- bildnerin, Dirigent, Dramaturgin und Regisseur. 10 Uhr geht’s los. Eine Art Vortrag – eine Stunde dürfte reichen, denke ich. Am besten frei gehalten, ohne Skript.
Am Tag vorher mach ich mir Gedanken. Was sagen? Sind ja alles Profis – denen muss man das Stück nicht nacherzählen. Viele werden auch schon Partien aus dem Stück gesungen haben. Ich denke: Ich hab den Klavierauszug in der Hand – also das Buch mit den gesprochenen und gesungenen Texten, wobei das Orchester als Klavierbegleitung zusammengefasst ist – und lese einfach mal vor: „Lortzing – Waffenschmied“. Dann schon umblättern. Untertitel: „Komische Oper in drei Akten“ und: „Ort der Handlung: Worms; Zeit 16. Jahrhundert“. – So kann es gehen. So eine Art inszeniertes Herantasten an den Stoff. Eine Art Zeitraffer dessen, was wir (das Inszenierungsteam) selbst in den letzten eineinhalb Jahren der Stückvorbereitung getan haben. Da kann man dann rhetorisch im Vortrag fragen: Warum eigentlich Worms um 1550? Weil da der Rhein fließt? Weil es die alte Nibelungenstadt und damit eine sehr deutsche Stadt ist? Weil Luther hier 1521 auf dem Reichstag stand und angeblich sagte: „Hier stehe ich und kann nicht anders“?

So langsam nimmt der Vortrag und auch die Vortragsart und –weise Gestalt an. Durch so ein inszeniertes Herangehen mach ich das dem Zuhörer auch leichter zu folgen. Kann auf die Punkte hinsteuern, die mir (uns) wichtig sind, und die da wären: “Der Waffenschmied“ ist eine Oper über Freiheit. „Hinaus ins Freie“ singen die Gesellen zum Arbeitsende in der ersten Szene. Und meinen sicherlich nicht nur den „Feierabend“ im arbeitstechnischen Sinn. Es geht wohl auch um ein Ende der politischen Zustände damals: 1845. Immerhin ist Lortzing ein politisch denkender Mensch. Freund von Robert Blum (siehe Wikipedia). Die sehr gute Lortzing-Biografie von Jürgen Lodemann von 2001 ist hier auch sehr zu empfehlen. Vielleicht meint Lortzing seine Zeit und verlegt das nur ins Mittelalter, damit er keine Probleme mit der Zensur bekommt. So wird das wohl sein. 1845 als Lortzing den „Waffenschmied“ schrieb, sind viele Deutsche auf der Suche nach Freiheit in die USA (Texas) ausgewandert. „Hinaus ins Freie“ kann man auch so verstehen. Und am Ende singen die Protagonisten: „Oh käme bald die schöne Zeit, die uns von allem Zwang befreit!“ Der „Waffenschmied“ kann auch gut als Auswandereroper verstanden werden. Besonders dann, wenn man in diesem Zusammenhang Hoffmann von Fallersleben und seine „Texanischen Lieder“ kennt, die er ebenfalls 1845 schreibt – getarnt als „Kuhhirte“ in Mecklenburg, weil er politisch verfolgt wird. Kuhhirte übrigens übersetzt: Cowboy!! – sind das Zufälle? Lortzing und Hoffmann von Fallersleben haben sich auch noch gekannt.
Neben Freiheits- und Auswandererthematik ist aber auch viel Biografisches im Stück drin. Lortzing hat 1845 eine 17jähringe Tochter, die gerade ans Theater geht; als Schauspielerin nach Bernburg. Dort „debütiert“ sie als Käthchen in Kleists „Käthchen von Heilbronn“. Bekanntermaßen verliebt sich Käthchen scheinbar irre und für normale Menschen nicht nachvollziehbar in einen Ritter. Wie Marie im „Waffenschmied“. Hat Lortzing hier seine Tochtergeschichte in die Oper hineingedichtet?

Mit diesen Anmerkungen vergeht die erste Viertelstunde. Dann zeigt Annette Braun, die Kostümbildnerin, ihre Figurinen. Das sind Zeichnungen der – wie soll ich sagen: Darsteller, wie sie im Kostüm aussehen. Paul Zoller, der Bühnenbildner, liegt krank im Bett. Erkältung. Er hat das letzte halbe Jahr auch viel für das Leipziger Ballett gearbeitet. Für „Chaplin“ zum Beispiel. Das kam gut an. Ich bin froh, dass beide, Annette und Paul, für den „Waffenschmied“ arbeiten.

Zum Schluss – d. h. die letzte halbe Stunde – rede ich noch über das Stück im Handlungsablauf. Wie das konkret bei uns in der Inszenierung aussieht. Was uns besonders wichtig ist. Zum Beispiel, dass wir zwei Szenen in die Oper eingefügt haben, die es bei Lortzing nicht gibt. Sie stammen aus dem Schauspiel „Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person“ von F. W. Ziegler. Lortzing hat diese Handlung quasi vertont, aber einiges weggelassen. Im „Nebenbuhler“ gibt es zum Beispiel eine Szene, in der klar gesagt wird, dass der Waffenschmied gar nicht Maries leiblicher Vater ist. Sowas finde ich wichtig. Auf den ersten Blick ist der Waffenschmied NUR ein Trinker und Choleriker. Wenn man aber erfährt, dass er Marie sozusagen als eigene Tochter angenommen hat, macht ihn das sympathisch. Der Waffenschmied wird mehr ein Mensch. Ein Mensch mit Mitleid konkret. Finde ich.

Nach gut einer Stunde ist die Konzeptionsprobe vorbei. Kurze Pause. Dann Leseprobe. Heute abend geht’s weiter auf der Probebühne II. Auftritt Stadinger (das ist der Waffenschmied) im 1. Akt.

Musikalische Komödie

Hinaus ins Freie …

… ist nicht nur Motto von Lortzings Freiheitsoper DER WAFFENSCHMIED, sondern war gleichermaßen Credo für das Produktionsteam! Um unser Werbefoto zu schießen kamen wir dem Feuer nahe und stolperten später über Stock und Stein – und nur die Krähen sahen zu.

Solisten Morgan Smith, Jennifer Porto und Mirjam Neururer (v. l. nach r.)Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Ein warmer Wind bläst die letzte Winterkälte fort. Mein Mantel ist offen, der Schal endlich nur noch locker um den Hals geworfen. Nicht mehr frieren. Wunderbar!

Dramaturgin Marita Müller lehnt lässig an einer Säule, die Sonnenbrille auf der Nase, schaut sie in die Sonne. Die Sonnenstrahlen kitzeln. Auch ich schaue nach oben, merke wie ein warmes wohliges Gefühl in mir aufsteigt. Ja – das ist ein guter Tag um dem Büro zu entfliehen. Jetzt kommt auch Pressereferentin Sonja Riedel beschwingten Schrittes aus der Oper – Beeilung! Opernfotograf Andreas Birkigt wartet schon und dann: Hinaus in Freie! In den Osten von Leipzig, durch Reudnitz unsd Stötteritz, Engelsdorf zieht rechts an uns vorbei, bis wir in Baalsdorf sind. Dort, zwischen Bauernschenke und Dorfteich, liegt eine kleine Kunstschmiede, die uns als Setting für das Foto dienen soll. Das Schmiedefeuer brennt schon. Ein riesiger Blasebalg an der Decke, Amboss und Hammer. Eine schöne Kulisse für unseren Waffenschmied. Zwei weitere Autos kommen angedüst. An Bord Regisseur Stefan Petraschewsky sowie Ankleiderinnen und Damen von der Maske. Im anderen Wagen – schon im Kostüm – unsere Solisten Mirjam Neururer, Jennifer Porto und Morgan Smith. Plötzlich wird es wuselig: Ankleider und Maske legen letzte Hand an unsere Stars, Regisseur Petraschewsky schleppt drei riesig große Koffer aus seinem Auto. Mit dickem Pinsel, in weiße Farbe getaucht, hat die Requisite auf jeden Koffer ein Wort geschrieben: HINAUS – INS – FREIE. – Genau dahin stellen wir sie auch: Auf den Platz vor der Schmiede. Fotograf Birkigt beginnt die ersten Fotos zu schießen. Die Sänger müssen in die Sonne schauen, sie blendet. Kein wohliges Nasenkribbeln mehr, sondern Niesen und Augenzusammenkneifen. Gott sei Dank ist das Bild bald im Kasten, sodass wir es uns am Schmiedefeuer gemütlich machen können. Es ist ein wenig düster, die Konturen unscharf: Meine Pupillen sind vom hellen Licht des Tages noch stark geweitet, so dass meine Augen eine Weile brauchen um sich an die Dunkelheit in der Schmiede zu gewöhnen. Bevor das so richtig geschehen kann entlädt sich schon das Blitzlichtgewitter: Blick in die Kamera, Pose wechseln, Kopf nach oben und dann nach unten. Und schon wieder alles vorbei. Profi bleibt eben Profi. Stefan möchte unbedingt noch ein paar Aufnahmen auf einem großen, leeren Feld machen: Weite spüren und sehen. Freiheit. Gott sei Dank sind wir im Leipziger Umland und müssen nicht lange nach einem geeigneten Ort suchen. Himmel blau, die Erde immer noch fahlwinterbraun, gespickt mit Stoppeln aus dem letzten Jahr. Alles idyllisch und ruhig bis dieses recht friedlich vor sich hinschlummernde Fleckchen auf unsere Solisten gestoßen ist: Mitten im Nirgendwo steht plötzlich unser Westernboy Morgan and die Westerngirls  Mirjam und Jennifer und ziehen mit ihren großen Koffern von links nach rechts über das Feld. Gestört wird’s aber keinen haben – außer vielleicht die Saatkrähen die das muntere Treiben skeptisch beäugten. Und wieder das KLACK des Auslösers. Wunderbar. Alle Aufnahmen sind gemacht. Ich drehe mein Gesicht noch einmal zur nun schon tief stehenden Sonne, schließe noch einmal kurz die Augen und atme tief durch. Jetzt geht es wieder zurück ins Büro. Für Andreas Birkigt geht die Arbeit auch gleich weiter: Er muss die vielen Fotos sichten und die Besten auswählen. Das Ergebnis? Halten Sie ruhig mal die Augen offen, wenn Sie demnächst am Postkartenstand in der Kneipe Ihres Vertrauens stehen. Kein Foto kann aber so schön sein wie die persönliche Betrachtung unserer munteren Personage! Deshalb – kommen Sie doch vorbei! Der Waffenschmied feiert am 21. Mai um 19 Uhr Premiere in der MuKo! (pa.)