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Liebe und Wagnis

SchülerInnen präsentieren Projektareiten zu Brecht & Dessaus Antikriegsorgatorium "Deutsches Miserere"

Über eine ganze Spielzeit haben sich Lehrer, Studenten und Schüler unter fachkundiger Anleitung mit Bertolt Brechts und Paul Dessaus Werk DEUTSCHES MISERERE beschäftigt. In Seminaren, Workshops sowie anhand praktischer Einblicke in den Opernalltag wurde ihnen die szenische Produktion eines bedeutenden musikalischen Werkes des 20. Jahrhunderts lebendig vermittelt. Ihre eigene kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, Trauer und Schuld findet ihren Abschluss und Höhepunkt, wenn Schüler der beteiligten drei Schulen die Ergebnisse ihrer Projektarbeit am Tag der letzten Aufführung des DEUTSCHEN MISERERE in dieser Spielzeit der Öffentlichkeit vorstellen.

Die SchülerInnen haben gemeinsam mit Ihren LehrerInnen vielfältige Wege der Verarbeitung gefunden und gesucht: Seien es Klangkollagen, Lesungen von historischen Quellen oder kleine Performances.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 05. Juni 2011 ab 16 Uhr im Konzertfoyer statt. Der Eintritt ist kostenfrei, der Einlass erfolgt über den Bühneneingang an der Goethestraße!

Wir sehen uns! – In Ihrer Oper Leipzig

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Trailer zum Deutschen Miserere

Weitere Vorstellungen: 27.03.11, 18:00 Uhr || 10.04.11, 18:00 Uhr || 05.06.11, 18:00 Uhr

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nach||gelesen

Pressestimmen für das DEUTSCHE MISERERE

„Der Krieg bleibt immer präsent und nah – und die finale Wendung ist ein Hammer (…) Eine provokative, ja: hammerharte Wendung. Ob sie politisch korrekt ist, das ist hier nicht die Frage. Sie ist politisch sprengkräftig, sie berührt und stiftet zum Nachdenken über Deutschland an. Das kann so falsch nicht sein.“
|| Frankfurter Rundschau, 16. Februar 2011

“Ein riesiger Erfolg, ein ungeheuer beeindruckender Theaterabend”.
|| Uwe Friedrich auf MDR Figaro, 12. Februar 2011

„Schauspielerisch und musikalisch wird der Abend vom hervorragenden Opernchor getragen, stimmlich auf höchstem Niveau erreichen die Frauen und Männer auch szenische eine ungeheure Präsenz. Wirklich eine große Leistung, welche die Oper Leipzig hier vorlegt. Fast 45 Jahre nach der Uraufführung des Stückes unter Herbert Kegel mit dem Rundfunkorchester Leipzig setzt das Team um Regisseur Dietrich W. Hilsdorf ein sehr deutliches Zeichen beim Umgang mit ‚schwierigen’ Stoffen. Die hohe Qualität der Regiearbeit dankt das Premierenpublikum mit einem selten erlebten, tief bewegten und lang anhaltenden herzlichen Applaus.“
|| Leipzig Almanach, 16. Februar 2011

„Irritiert und nachdenklich lassen einen Werk und Inszenierung zurück. Nicht das Schlechteste, was Theater tun kann“.
|| Ostthüringische Zeitung, 15. Februar 2011

„Düster, beklemmend und absolut kompromisslos!“
|| Bild, 12. Februar 2011

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“Und damit die Welt es wisse, machten wir ein Bild davon”

Bewegende Premiere des DEUTSCHEN MISERERE an der Oper Leipzig

Ein leichter Tüllvorhang verdeckt die Bühne, lässt nur Schemen des riesigen Raumes erahnen, der dahinter liegt. “Deutschland. Mitten im tausendjährigen Krieg.” – wird in großen Lettern auf den Stoff projiziert. Dann öffnet er sich, der Vorhang, und gibt den Blick frei auf den riesigen Erinnerungsraum. Eine Tür klappt auf, über den langestreckten Steg, weit über den Zuschauerraum bis in den Mittelgang reichend, kommen graue Gestalten. Suchende. Vielleicht Verlorene. Gespenster. — Neunzig Minuten später: Angespannte Stille bis auch das letzte Lämpchen des riesigen Beleuchtungsapparates erloschen ist. Dann langer Applaus und Bravi.

Das DEUTSCHE MISERERE in der Regie von Dietrich W. Hilsdorf und unter der musikalischen Leitung von  Alejo Pérez feierte gestern Abend an der Oper Leipzig Premiere.

An dieser Stelle möchten Wir allen Beteiligen nochmal unsere herzlichen Glückwünsche aussprechen. Große Hochachtung vor unserem Opernchor. Das war ein Werk für euch. Ihr seid die Hauptrolle und habt sie mit Bravur ausgefüllt.

Am Sonntag, den 13. Februar, ist das MISERERE wieder an der Oper zu sehen. Ein kleiner Tipp: Ab 15 Uhr haben Studierende der Theaterwissenschaft Vorträge zum Werk erarbeitet. Sie haben die Gelegenheit einen spannenden Einblick in verschiedene Themenschwerpunkte das MISERERE betreffend zu bekommen. Die Beiträge werden von Brecht/Eisler Liedern umrahmt. Dargeboten von Studierenden doch Hochschule für Musik- und Theater (HMT).
Die Veranstaltung unter dem Motto: Und damit die Welt es wisse, machten wir ein Bild davon. Findet im Parkettfoyer statt. Der Einlass erfolgt 14:45 über Eingang Goethestraße. Ab 17 Uhr haben Sie die Gelegenheit der Einführung zum MISERERE im Konzertfoyer zu lauschen, bevor sich 18 Uhr zum zweiten Mal der Tüll heben wird.

Wir freuen uns natürlich, wenn Sie uns hier ein kleines Feedback hinterlassen, wie Sie den Abend erlebt haben.

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Deutsches Miserere. nach||gedacht

Gedanken von Einar Schleef über den Chor.

„Der Antike Chor ist ein erschreckendes Bild. Figuren rotten sich zusammen, stehen dicht bei dicht, suchen Schutz beieinander, obwohl sie einander energisch ablehnen. Damit ist die Gruppe in sich gefährdet, sie wird jedem Angriff auf sich nachgeben, akzeptiert voreilig angstvoll ein notwendiges Opfer, stößt es aus, um sich  freizukaufen. Obwohl sich der Chor des Verrates bewusst ist, korrigiert er seine Position nicht, bringt vielmehr das Opfer in die Position des eindeutig Schuldigen. Das ist nicht nur ein Aspekt des Antiken Chores, sondern ein Vorgang, der sich jeden Tag wiederholt. [...] Es ist als gingen verschiedene Landschaften im Chor eine Verbindung ein, würden sich gegenseitig bedingen. Als würde eine aus der Anderen erwachsen. Als wäre das der Ort, indem sich das Individuum von seinen Schmerzen lösen könnte. […]“

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Nur noch wenige Tage!

Bald ist es soweit! Am Freitag, 11. Feb. findet die Premiere der szenischen Erstaufführung des DEUTSCHES MISERERE statt.

In einem Brief an den Chor schreibt Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, dass es sich für heute Abend viele Pannen wünsche. Der geneigte Theaterfreund kann sofort Eins und Eins zusammenzählen und weißt: Heute Abend findet unsere Generalprobe statt. In diesem Sinne: Alles Panne! Damit die Premiere umso besser läuft.

Natürlich möchten wir Ihnen erste fotografische Eindrücke nicht vorenthalten. Wir hoffen, dass die Bilder der gestrigen Orchersthauptprobe Sie noch neugieriger machen.

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Oper Leipzig Werkstatt zum DEUTSCHEN MISERERE

Heute, 7. Feb., ab 18:00 Uhr. Kostenfreie Karten an der Abendkasse.

Liebe Freundinnen und Freunde der Oper Leipzig.

Heute Abend öffnen wir die Pforten zur MISERERE Werkstatt. Freuen Sie sich auf einen spannenden Talk mit dem Team um  Regisseur Dietrich W. Hilsdorf. Unter anderem werden Bühnenbildner Dieter Richter, Dirigent Alejo Pérez, sowie Volkmar Olbrich, verantwortlich für die Choreinstudierungen, anwesend sein. Dramaturgin Marita Müller führt durch den Abend. Im Anschluss können Sie erste Eindrücke der szenischen Arbeit gewinnen. Ein Teil der Bühnenorchesterprobe wird öffentlich sein. (pa.)

Wir sehen uns. Heute Abend – in Ihrer Oper Leipzig.

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Miserere//Facebook

Vom suchen und finden des eigenen Ichs

Ich tue es! Andere tun es auch. Wir tun es: Social Networking. Der Welt mit einem kurzen Tweet “HALLO!” sagen. Zeigen, was ich gern hab. Auf Facebook kann mir alles gefallen: meine Lieblingsband, mein Lieblingsbuch, mein Lieblingsweichkäse aus dem Supermarkt meines Vertrauens und im Zweifel kann mir auch das Profil meiner Lieblingssupermarktweichkäse- verkäuferin gefallen. Und mal ehrlich, es macht Spaß sich heimlich durch die Profile der Freundes-Freunde zu klicken um zu schauen, wen man kennt oder schon mal gesehen hat. Facebook – wörtlich genommen: Gesichtsbuch! Gesichter sind anziehend. Wer ist das, der mich da anglotzt? Kenne ich ihn oder sie? Oh – bin das etwa ich? Die Faszination von Selbstbildern verlockt uns nicht nur im Internet. Manchmal sucht sie uns dort heim, wo wir sie am Wenigsten erwarten: Auf der Opernbühne.

Für die szenische Erstaufführung des DEUTSCHES MISERERE von Bertolt Brecht und Paul Dessau hat Bühnenbildner Dieter Richter einen riesigen „Erinnerungsraum“ geschaffen. Graue Wände. Raum – viel Raum, klare Linien. Höhe, eine unbeschreibliche Höhe. Vielleicht ein Bunker. Vielleicht ein zerstörter Prachtsaal. vVelleicht eine alte Mine. Und an den Wänden, da prangern sie. Gesichter. Augen. Münder. Nasen. Ohren. Hunderte – überall. Namenlos im Bühnengeschehen: Vermisste, Opfer, Täter. Aber hinter den Kulissen doch wohlbekannt. Alle MitarbeiterInnen der Oper waren aufgerufen sich für das MISERERE Bühnenbild fotografieren zu lassen. Vom Intendanten bis zum Praktikanten – alle pilgerten sie in das Studio von Opernfotograf Andreas Birkigt um sich mit schwarzer Wollmütze und groben Mantel ablichten zu lassen. Nun hängen sie an der Bühnenwand. Wird auch höchste Zeit – in knapp zwei Wochen feiert das DEUTSCHE MISERERE Premiere (11. Februar). Aber schon jetzt spielen sich heitere Szenen auf der Bühne ab: Da ist es nämlich wieder. Unser Facebook-Phänomen. Suchen wir nach Gesichter! wen kann man entdecken? – So schleichen immer wieder MitarbeiterInnen unschuldig über die Bühne, den Kopf nach links, nach rechts gedreht. Schauend, Suchend, Entdeckend.  Man bleibt stehen, stutzt und lächelt. Dann hat man zumeist sein eigenes Foto entdeckt und ist erleichtert, dass man sich Selbst in den Massen an Gesichtern finden konnte. Nein, es ist nichts verloren. Wir halten weiter Ausschau, ob online oder auf der Bühne. Nach bekannten Gesichtern, nach fremden Gesichtern und mit unter auch nach unsern eigenen.

Suchen Sie mit! Sie haben in dieser Spielzeit vier Mal die Gelegenheit unser DEUTSCHES MISERERE zu sehen. Vielleicht erspähen Sie ja das Konterfei Ihres Lieblingssängers oder, wer weiß, ein bisher noch unbekanntes Gesicht, welches Sie danach unbedingt näher kennen lernen wollen. (pa.)